Erdbewegungen von A bis Z
Für fast jede neue Baumaßnahme sind immer Erdbau-Leistungen erforderlich. Die Anforderungen reichen vom Einfamilienhaus über kleine Baugruben für Wohn- oder Bürogebäuden bis zur schlüsselfertigen Baugrube mit Kanalbau oder Entwässerungs-systemen. Alle Erdbewegungen sind die Basis für alle weiteren Leistungen zur Baugrubenerstellung oder Kanal- oder Spezialtiefbau-Maßnahmen. Für die Ausführung stehen der Kliemt-Gruppe über 50 Einsatzgeräte mit Ketten- oder Gummibereifung sowie ein breites Sortiment von Baggern von 1,8 to bis zu 50 to sowie Spezialausführungen wie Long-Reach-Bagger für den Unterwasser-Aushub von Baugruben im Eigenbestand zur Verfügung.
Die Gruppe hat eine breite Expertise und langjährige Erfahrungen mit der Ausführung von komplexen Erdbauarbeiten für unterschiedliche Auftraggeber von privaten Bauherren, öffentlichen Auftraggebern oder Projektentwicklern. Je nach Aufgabenstellung über nehmen wir die Aufgabe als Generalunternehmer, Nachunternehmer oder ARGE-Partner für unsere Auftraggeber.
Aus der Praxis Erdbau
Regenrückhaltebecken am Venusberg in Bonn
Zum Schutz vor Starkregen hat die Stadt Bonn auf dem Gelände eines ehemaligen Sportplatzes am Bonner Venusberg ein zusätzliches Regenrückhaltebecken errichtet. Der Neubau am Hauweg ist erforderlich, da die vorhandenen Rückhaltebecken bei Starkregen in der Vergangenheit mehrfach übergelaufen sind und es zu Schäden an Infrastruktur und Gebäuden gekommen ist. Das neue Erdbecken verfügt über ein Rückhaltevolumen von 6.400 Kubikmetern und wird damit die Überflutungssicherheit deutlich erhöhen.
Für die Baugrube wurden im ersten Arbeitsschritt 2.800 m³ Boden bis zu einer Tiefe von 1,50 Meter ausgehoben, anschließend weitere 22.000 m³ Bodenmaterial bis zu einer Aushubtiefe von 7,50 Meter und im letzten Schritt bis zur Tiefe von 14 Metern ausgehoben. Für die Beckenabdichtung und Beckenbefestigung der Baugrube wurden 8.600 m² Geotextil als Schutzlage und 4.300 m² Kunststoffdichtungsbahnen verlegt, darauf folgt eine Dränschicht und eine Dichtungsschicht (jeweils 4.300 m²). In der Beckensohle wurden zum Schluss 2.000 m² Rasengittersteine verlegt.
Aus der Praxis Erdbau
Campus-Neubau in historischen Gründerzeitviertel in Bonn
Das Studierendenwerk Bonn errichtet auf einem 6.400 m² großen Grundstück in der Bonner Südstadt einen neuen Campus für Studierende. Der neue Campus „Carré Nassestraße“ im historischen Gründerzeitviertel besteht aus vier Gebäudeteilen mit allen Angeboten rund um das studentische Leben. Hierzu gehören die Zentralmensa als Herzstück, ein multifunktionales Studierendenzentrum, ein Konferenzbereich und ein Gebäude mit 110 Wohnplätzen sowie einer Tiefgarage. Das Areal wird begrenzt von der Kaiser-, Lenné- und Nassestraße mit einer bestehenden Blockrandbebauung.
Exakte Bauplanung und frühzeitige Anwohnereinbindung
Mit der Erstellung der Baugrube wurden die ARGE Stump-Franki Spezialtiefbau GmbH (Verbauarbeiten) und die Gerhard Kliemt GmbH &Co. KG (Erdarbeiten ) beauftragt. Die Planung und Durchführung der Arbeiten mit verschiedenen Maschinen in der Baugrube mit einer Grundfläche von ca. 4.600 m² erforderte eine exakte zeitliche, logistische und technische Koordinierung. Auch die innerstädtische Lage musste berücksichtigt werden, da der Abtransport des Aushubs nur über eine Ausfahrt erfolgen konnte. Als ARGE Partner war die Kliemt-Gruppe für den Bodenaushub und die fach- und umweltgerechte Entsorgung des Materials zuständig sowie für die Betonage einer Unterwasserbetonsohle für das Tiefgeschoss der Mensa. Der Verbau zur Umschließung der Baugrube erfolgte mit Bohrpfahlwänden, die nach innen abgestützt wurden. Die Wände mussten je nach Topografie des Geländes eine Höhe von 5, 00 Meter bis 7,25 Meter haben. Durch die innerstädtische Lage und die Nähe der denkmalgeschützten Wohnhäuser musste die Erstellung der Bohrpfahlwände möglichst erschütterungsfrei erfolgen. Nach dem Setzen der Pfahlwände sowie der Sicherung der umliegenden Grundstücke und Nachbargebäude konnten die Erdarbeiten mit dem Aushub des Bodenmaterials beginnen. Bei den Aushubarbeiten wurden massive Betonvorwüchse an den Bohrpfahlwänden festgestellt, die mit einer Fräse beseitigt wurden.
Betonage unter schwierigen Bedingungen erfolgreich ausgeführt
Eine technisch und logistisch Herausforderung war die Ausführung einer Unterwassersohle in der Baugrube für geplante Räume im Tiefgeschoss der Mensa. Die Versteifungen an den Seitenrändern und 85 GEWI Stangen im Raster verteilt über die gesamte Fläche erschwerten den Aushub. Die Stangen sorgen dafür, dass die Bodenplatte nicht aufschwimmt, wenn der Grundwasserpegel steigt. Die logistische Herausforderung: Es mussten 330 m² Beton an einem Tag eingebaut werden. Für die Anlieferung mit LKWs standen nur zwei Zufahrten zur Verfügung. Zudem musste eine Strecke von 70 Meter überbrückt werden. Das konnte durch den Einsatz einer Mastpumpe mit einer Reichweite von 24 Metern und einer Hydraulischen Spinne mit einem Radius von 19 Metern bewältigen werden. Zur Überbrückung zwischen den Maschinen wurden Stahlrohre verlegt. Der Grundwasserstand war sehr niedrig, so dass die Arbeiten für die Sohle nicht unter Wasser sondern trocken ausgeführt werden konnten.